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Grüble ich zu viel?

11 Fragen, etwa 2 Minuten

Overthinking heißt meistens: Alte Fehler und Zweifel kommen immer wieder hoch. Grübeln über Vergangenes und Neugier auf dich selbst sind aber zwei verschiedene Gewohnheiten. Viele Menschen haben viel von der einen und wenig von der anderen. Deshalb bekommst du für jede ein eigenes Ergebnis.

Ein Handy liegt bei Tageslicht auf einer zerwühlten rosa Bettdecke

Oder fang gleich mit der ersten Frage an

Du stehst unter der Dusche und hast sonst nichts zu tun.

Ich denke über Fehler nach, die ich früher gemacht habe.

Denk an eine ganz normale Woche und wähl die Antwort, die passt.

Über diesen Test

Festgefahren oder neugierig auf dich?

Manchmal drehen sich deine Gedanken im Kreis, und du kommst nicht vom Fleck. Derselbe peinliche Moment läuft wieder und wieder ab, und nichts Neues kommt dabei heraus. Ein anderes Mal tut das Nachdenken gut, etwa wenn du verstehst, warum dich ein Lied zum Weinen gebracht hat oder warum du mit deiner Mutter beim Sonntagskaffee immer denselben Streit führst. Das erste Ergebnis misst die festgefahrene Art des Nachdenkens: wie sehr alte Fehler, Zweifel und Rückschläge in deinem Kopf bleiben.1, 2 Das zweite misst die neugierige Art.

Von außen sehen die beiden ähnlich aus. Eine Studie, die sie sauber getrennt hat, fand: Die festgefahrene Art geht mit Sorgen und gedrückter Stimmung einher, die neugierige mit Offenheit für neue Ideen.3 Miteinander zu tun haben sie auch kaum. Bei etwa 650 Erwachsenen, die diese Fragen beantwortet haben, verriet der Wert für das eine fast nichts über das andere.4 Viel Neugier und wenig Festhängen ist also eine ganz gewöhnliche Mischung, und andersherum genauso.

Mit wem du verglichen wirst

Wo dein Punkt auf der Linie liegt, ergibt sich aus dem Vergleich mit etwa 650 Erwachsenen aus zwei Städten im US-Bundesstaat Oregon. Sie haben diese Fragen zwischen 1994 und 1996 beantwortet. Ausgewählt wurden sie aus Listen von Hausbesitzern. Fast alle waren weiß, und bei der Anmeldung waren sie zwischen 18 und 85 Jahre alt.5 Für diese Fragen gibt es keine offiziellen Durchschnittswerte. Deshalb wird dein Punkt mit den Antworten dieser Gruppe selbst verglichen.4, 6 Die Gruppe bekam die Fragen auf Englisch, etwas anders formuliert und ohne die kurze Alltagsszene, die hier über jeder Frage steht. Nimm dein Ergebnis also als grobe Richtung.

Der Wert dafür, wie lange Gedanken hängen bleiben, beruht auf weniger Fragen als der andere. Beantwortest du an einem anderen Tag nur eine davon anders, kann sich dein Punkt schon deutlich verschieben.4 Wer fast überall „Trifft eher zu“ wählt, landet ebenfalls höher.7

Über einen Fehler nachzudenken, ist nicht immer verlorene Zeit

Eine große Übersicht über die Forschung kam zu diesem Ergebnis: Wer einen schlimmen Moment noch einmal durchgeht, kommt damit besser klar und plant besser voraus, solange das Nachdenken konkret bleibt. Also: Was ist genau passiert, und was mache ich nächstes Mal anders? Zermürbend wird es, sobald daraus ein Urteil über dich selbst wird und du fragst, warum dir das immer passiert und was das über dich sagt.8

Merken, wenn das Gedankenkarussell läuft

Dein Ergebnis kann dir nicht sagen, wohin dein Nachdenken geht, wenn es einmal angefangen hat. Das kannst du aber selbst prüfen, wenn dir das nächste Mal eine alte Szene wieder hochkommt. Achte auf die Frage in deinem Kopf. „Was ist passiert, und was mache ich jetzt?“ führt meist irgendwohin. „Warum passiert das immer mir?“ dreht sich eher im Kreis.8

Dreht es sich trotzdem weiter, hilft vielleicht ein Trick, für den es erste Hinweise gibt: Gib deinen Sorgen jeden Tag eine feste Grübelzeit von einer halben Stunde, immer am selben Ort, und schieb sie bis dahin beiseite. In einem kleinen Versuch mit Menschen, die sich viele Sorgen machten, probierte ein Teil von ihnen das zwei Wochen lang aus. Danach waren sie weniger ängstlich und schliefen besser als die anderen, die ihre Sorgen kommen lassen sollten, wann immer sie kamen.9

Quellen (9)

  1. Goldberg, L. R., Johnson, J. A., Eber, H. W., Hogan, R., Ashton, M. C., Cloninger, C. R., und Gough, H. G. (2006). The International Personality Item Pool and the future of public-domain personality measures. Journal of Research in Personality, 40(1), 84-96. Fragen aus dem International Personality Item Pool (ipip.ori.org), gemeinfrei. Zur Studie Zurück zum Text
  2. International Personality Item Pool. Preliminary IPIP scales measuring the constructs of the Hogan Personality Inventory: Rumination and Self Focus. Gelesen am 23. Oktober 2026. Die Fragen stammen aus dieser kostenlosen Fragensammlung und wurden von Mind the Signs ins Deutsche übertragen und alltagsnah formuliert. Eine Frage dazu, was man vor anderen verbirgt, fehlt, weil sie nicht ums Grübeln geht. ipip.ori.org Zurück zum Text
  3. Trapnell, P. D., und Campbell, J. D. (1999). Private self-consciousness and the five-factor model of personality: distinguishing rumination from reflection. Journal of Personality and Social Psychology, 76(2), 284-304. Zur Studie Zurück zum Text
  4. Goldberg, L. R. (2018). International Personality Item Pool (IPIP) item responses, Eugene-Springfield Community Sample. Harvard Dataverse, CC0 1.0. Deine Antworten vergleichen wir mit denen von etwa 650 Erwachsenen aus Oregon aus diesem Datensatz. Zur Studie Zurück zum Text
  5. Goldberg, L. R. (2008). The Eugene-Springfield Community Sample: information available from the research participants. ORI Technical Report, 48(1). Oregon Research Institute. ipip.ori.org Zurück zum Text
  6. International Personality Item Pool. Angaben zu Normen und Datensätzen („No norms are available on the IPIP website“). Gelesen am 23. Oktober 2026. ipip.ori.org Zurück zum Text
  7. International Personality Item Pool. Beispielfragebogen: Die Fragen jeder Skala werden über den ganzen Fragebogen verteilt, damit Menschen sie aufmerksam lesen, und die Richtung der Formulierung wechselt ab. Gelesen am 23. Oktober 2026. ipip.ori.org Zurück zum Text
  8. Watkins, E. R. (2008). Constructive and unconstructive repetitive thought. Psychological Bulletin, 134(2), 163-206. Zur Studie Zurück zum Text
  9. McGowan, S. K., und Behar, E. (2013). A preliminary investigation of stimulus control training for worry: effects on anxiety and insomnia. Behavior Modification, 37(1), 90-112. 53 Erwachsene, die sich stark sorgen. Der Versuch hinter der halben Stunde am Tag. Zur Studie Zurück zum Text

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