
Persönlichkeit und Selbstwert
12 Fragen, etwa 3 Minuten
Du gehst zwölf kleine Bitten aus einer normalen Woche durch und wählst, was du wirklich sagen würdest: ein Ja, das du meinst, ein Ja, das du nicht meinst, oder ein Nein. Am Ende siehst du deine Antworten danach sortiert, wer gefragt hat, von der Arbeit über die Familie bis zu Fremden. Für jede Gruppe kannst du auch angeben, wie oft dein Ja eigentlich ein Nein ist.

Oder fang gleich mit der ersten Frage an
Auf deiner Liste stehen noch vier offene Punkte, und heute wolltest du endlich mal pünktlich Feierabend machen. Gerade als du deine Sachen packst, steht eine Kollegin an deinem Schreibtisch. Sie hat einen Bericht in der Hand, der heute noch rausmuss.
„Kannst du den vielleicht noch übernehmen?“
Wähl, was du an einem normalen Tag am ehesten sagen würdest, auch wenn dir diese Antwort am wenigsten gefällt. Passt eine Situation nicht zu deinem Leben, weil du zum Beispiel keine Beziehung oder keine Schwester hast, denk an die Person, die am ehesten passt. Deine Antworten bleiben in diesem Browser.
Frage 1 von 12
Auf deiner Liste stehen noch vier offene Punkte, und heute wolltest du endlich mal pünktlich Feierabend machen. Gerade als du deine Sachen packst, steht eine Kollegin an deinem Schreibtisch. Sie hat einen Bericht in der Hand, der heute noch rausmuss.
„Kannst du den vielleicht noch übernehmen?“
Sagst du Ja, weil du es wirklich willst?
Grauer Bereich: Hier liegen die meisten.
Grauer Bereich: Hier liegen die meisten. Der Punkt bist du.

Persönlichkeit und Selbstwert

Persönlichkeit und Selbstwert
In jeder Situation bittet dich jemand um etwas: jemand von der Arbeit, dein Partner oder deine Partnerin, jemand aus der Familie, aus dem Freundeskreis oder ein fremder Mensch. Du hast jedes Mal drei Antworten zur Wahl: ein Ja, das du meinst, ein Ja, das du nicht meinst, oder ein Nein. Zum Nein zählt auch, wenn du etwas Kleineres oder etwas anderes anbietest. Dem Spendenwerber an der Tür abzusagen ist etwas ganz anderes, als deiner Mutter am Telefon abzusagen. Deshalb zählen wir für jede Gruppe getrennt.
Ein Ja, das du meinst, ist völlig in Ordnung. Schwierig ist das andere. Die Person, die fragt, hört nämlich in beiden Fällen dasselbe Wort, und nur du weißt, welches Ja es war. Manchmal lohnt sich auch ein Ja, das du nicht meinst, etwa wenn du einer Freundin in einer harten Woche beistehst. Die Zählung zeigt also nur, bei wem du Ja sagst, ohne es zu wollen. Ob sich jedes davon gelohnt hat, entscheidest du selbst.
Die zwölf Situationen haben wir uns selbst ausgedacht und nie an einer großen Gruppe ausprobiert. Es gibt also nichts, womit wir deine Antworten vergleichen könnten, und am Ende steht auch keine Punktzahl. Du bekommst einfach deine eigenen Antworten zurück, sortiert danach, wer gefragt hat. Für jede Gruppe gibt es nur zwei oder drei Situationen, und so verschiebt schon eine einzige Antwort das Bild deutlich. Außerdem tippst du eine Antwort auf dem Handy leichter an, als du sie jemandem ins Gesicht sagst. Und im echten Leben meldet sich das „Eigentlich will ich nicht“ oft erst eine Stunde nach dem Ja. Kommt dir eine Zählung falsch vor, verlass dich auf das, was du über dich weißt.
Jemandem ins Gesicht Nein zu sagen, ist so unangenehm, dass viele lieber Ja sagen, nur um diesem Moment zu entgehen. Auch deshalb bekommen Menschen, die um kleine Gefallen bitten, viel öfter ein Ja, als sie erwarten.1
Und das Nein selbst kommt meist sanfter an, als du denkst. In einer Reihe von Experimenten sagten Menschen eine Einladung ab. Sie glaubten, das würde die Gastgeber viel mehr stören, als es sie dann wirklich störte.2 Vor diesen Experimenten lief eine erste Umfrage. Darin gaben etwa 3 von 4 Menschen an, schon einmal irgendwo hingegangen zu sein, obwohl sie keine Lust hatten. Ein Nein war ihnen zu heikel.3
Eine Idee aus der Forschung zum Selbstwert könnte erklären, warum diese Sorge so stark ist. Nach dieser Idee ist unser Selbstwert so etwas wie eine Tankanzeige: Sie zeigt, wie sehr uns die anderen annehmen. Scheinen die anderen uns weniger anzunehmen, denken wir auch schlechter über uns.4 Wenn das stimmt, kann sich selbst ein winziges Nein riskant anfühlen.
Nimm die Gruppe, bei der du am häufigsten Ja gesagt hast, ohne es zu meinen, und such dir dort die kleinste Bitte aus. Wenn sie das nächste Mal kommt, biete etwas an, das kleiner ist als ein volles Ja, zum Beispiel: „Ich ruf dich morgen zurück.“ Dann achte darauf, was wirklich passiert, und vergleich es mit dem, was du erwartet hast.
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